Freitag, 19. September 2014, 20 Uhr

Auslieferungshalle MAN Truck & Bus AG, Werk SZ-Watenstedt
„Sturm und Drang“


Kammerphilharmonie „La Tempesta“ der HMTM Hannover
Solistinnen:
Seayoung Kim, Violine
Marie-Stéphanie Radauer-Plank, Violine
Leitung: Martin Brauss, Professor HMTM Hannover


Das Orchester „La Tempesta“ setzt sich aus Studenten der künstlerischen Instrumentalklassen der Hochschule für Musik, Theater und Medien Hannover zusammen. Die Studenten setzen sich besonders für die Musik der Klassik und Vorklassik ein und haben sich zu diesem Zweck zu diesem Ensemble zusammengeschlossen.
Martin Brauß ist der Initiator und Leiter der Kammerphilharmonie der hannoverschen Musikhochschule. Geboren wurde er 1958 in Mannheim. Er studierte – Schulmusik mit den Hauptfächern Klavier, Violine und Gesang, sowie Germanistik und Philosophie – in Heidelberg/Mannheim und Hannover.
Die Dirigentenausbildung erhielt er bei Prof. Rolf Reuter (GMD der Komischen Oper Berlin).
Weitere Stationen seines künstlerischen Lebenslaufes sind:
1985 Gewinner des Internationalen Brahms-Wettbewerbs Hamburg im Fach Liedbegleitung.
1987 – 1992 Assistent des Generalmusikdirektors,
Stellv. Chordirektor und Konzertdramaturg an der Niedersächsischen Staatsoper Hannover.
1988 – 1991 Chefdirigent der Niedersächsischen Kammeroper; nationale und internationale Tourneen und Gastspiele.
Von 1989 – 1998 Leiter des Hannoverschen Oratorienchores (Städtischer Chor)
Regelmäßige Verpflichtungen als Konzert- und Operndirigent im In- und Ausland.
Rundfunk- und Schallplattenaufnahmen mit verschiedenen Ensembles.
Seit 1992 Professor an der Hochschule für Musik, Theater und Medien Hannover (HMTMH) zunächst für Musiktheorie, seit 2002 für Oper/Dirigieren.
2000 Gründungsmitglied und seit 2013 Direktor des IFF („Institut zur Früh-Förderung musikalisch Hochbegabter“) an der HMTMH.


Marie Radauer-Plank wurde 1986 in Salzburg geboren und erhielt bereits mit vier Jahren ihren ersten Geigenunterricht. Im Alter von 10 Jahren wurde sie in die Vorbereitungsklassen von Prof. Benjamin Schmid und Prof. Lukas Hagen an der Universität Mozarteum Salzburg aufgenommen und studierte dort bis zu ihrer Matura.
Im Herbst 2005 begann sie ihr ordentliches Studium bei Prof. Ulf Schneider an der Hochschule für Musik und Theater Hannover. 2009 absolvierte sie ihre Diplomprüfung erfolgreich und studiert seitdem bei Prof. Ulf Schneider in der Soloklasse (Konzertexamen). Zudem studierte sie von 2009 – 2011 bei Augustin Dumay.
Außerdem erhielt sie wertvolle künstlerische Impulse von renommierten Künstlern und Pädagogen wie etwa Thomas Brandis, Hatto Beyerle, Markus Becker, Christiane Hutcap, Jean-Jaques Kantorow, Berent Korfker, Igor Ozim, Eduard Schmieder und dem Artemis Quartett.
Im Mai 2012 gewann Marie den 2. Preis beim Violinwettbewerb „Ton und Erklärung - Werkvermittlung in Musik und Wort“ des Kulturkreises der deutschen Wirtschaft. Der „Musikpreis der deutschen Wirtschaft“ ist einer der wichtigsten Nachwuchspreise für junge Musiker in Deutschland und ist verbunden mit zahlreichen Konzertverpflichtungen und einer Radioproduktion.
2010 wurde sie beim österreichischen Wettbewerb Gradus ad Parnassum als Finalistin mit dem ESTA-Preis für die beste Interpretation des zeitgenössischen Werkes, sowie mit dem Raiffeisen Förderpreis bedacht. 2007 gewann sie beim 5. internationalen Louis-Spohr-Wettbewerb in Weimar den 3. Preis. Sie gewann mehrere 1. Preise bei internationalen Violinwettbewerben in Gorizia, Turin und Pietra Ligure.
Konzertengagements in der letzten beziehungsweise kommenden Saison hatte sie unter anderem beim Festival de Menton (F), Eilat Chamber Music Festival (ISR), Internationales Musikfest Goslar (D) sowie dem iPalpiti Festival of international Laureates (USA). Solistisch und kammermusikalisch trat sie mit bekannten Künstlern wie etwa Julius Berger, Wolfram Christ, Leonid Gorokhov, Lukas Hagen, Tatjana Masurenko und Hagai Shaham auf.
Sie tritt häufig mit ihrer Duopartnerin Henrike Brüggen (Duo Brüggen-Plank) auf und ist Geigerin im Globus Quartett.
Seit Mai 2011 wird sie als Preisträgerin der französischen Stiftung „Natixis – Banque populaire“ unterstützt.


Seayoung Kim (*1988 Südkorea) erhielt im Alter von acht Jahren ihren ersten Violinunterricht. Von 2007-2010 studierte sie bei Prof. Younguck Kim als Stipendiatin der Seoul National University. 2009 wurde Seayoung Kim mit einem 1. Preis beim Internationalen Musikwettbewerb in Osaka ausgezeichnet.
Seit 2011 setzt sie ihr Studium an der Musikhochschule in Hannover zunächst bei Prof. Adam Kostecki und seit 2012 bei Prof. Ulf Schneider fort.
2012 gewann sie einen 1. Preis beim Internationalen Musikwettbewerbs „Citta di Barletta“, Italien und einen 3. Preis beim Internationalen Violinwettbewerb „Andrea Postacchini“, ebenfalls in Italien. Außerdem wurde sie 2012 beim Internationalen Violinwettbewerb „Mirecourt“ mit einem 4. Preis ausgezeichnet und gewann einen 2. Preis beim Valsesia Musica Internationalen Violinwettbewerb 2013 und den Jürgen-Wilde-Förderpreis beim Internationalen Bodensee Musikwettbewerb 2013.
Seayoung Kim kozertiert solistisch in dieser und der kommenden Saison u.a. mit dem Nationalen Universitäts Sinfonieorchester in Seoul, Korea, mit dem Sinfonieorchester Lyrique de Nancy in Frankreich, mit Philharmonic Orchestra Mihail Jora in Italien und mit dem Sinfonieorchester Torun, in Polen und mit dem Kurpfaelzischen Kammerorchester Mannheim, mit dem Südwestdeutschen Kammerorchester Pforzheim.
Seit 2013 spielt Seayoung Kim als Preisträgerin des 21. Wettbewerbs des Deutschen Musikinstrumentenfonds eine Violine von Giovanni Grancino, Mailand 1675, und wurde zudem mit dem Gerd Bucerius Stipendium der Stiftung Musikleben ausgezeichnet.


Felix Mendelssohn-Bartholdy
Konzert e-Moll für Violine und Orchester, op. 64
1. Allegro molto appassionato - 2. Andante - 3. Allegro molto vivace
Mit Zeichenbuch und Notenpapier “bewaffnet”, mit einem Strohhut auf dem Kopf und in ent-spanntester Laune konnte man Felix Mendelssohn in den 1840er Jahren nur an einem Ort beobachten: in Bad Soden am Taunus. Seit der viel beschäftigte Dirigent und Komponist aus dem Norden die schöne Frankfurterin Cécile Jeanrenaud geheiratet hatte, zog es ihn immer wieder in die Bürgerstadt am Main und ihre liebliche Umgebung, die sich bis in die sanften Hügel des Vordertaunus erstreckt. Bad Soden war seit der Anlage des Kurparks 1821 auf dem besten Wege, sich in einen Treffpunkt der feinen Welt zu verwandeln, und auch die Familie Mendelssohn bewohnte hier 1844/45 eine Sommervilla in der Königsteiner Straße. Von ihr aus konnte der Komponist mit Gattin und Kindern ungestört die Wanderwege zum Taunus erkunden und die wunderschönen Ausblicke genießen, insbesondere den berühmten bei den „Drei Linden” in Neuenhain, wo später auch Tschaïkowsky und Wagner im sanften Anblick der Taunuslandschaft schwelgten. Hier entwarf und vollendete Mendelssohn im Sommer 1844 sein Violinkonzert – man wäre geneigt, den schwärmerischen Zug des Werkes unmittelbar in die Landschaft hineinzuprojizieren, wäre Bad Soden heute nicht nur mehr ein nobler Vorort von Frankfurt, unweit des Rhein-Main-Flughafens gelegen und entsprechend bedrängt vom Flug- und Straßenlärm. Damals trübten keine Bausünde und keine Autobahn die Idylle, wie uns Mendelssohns e-Moll-Konzert eindrucksvoll vor Ohren führt.
Das Werk ist ein Liebling des Publikums wie der Virtuosen. Darüber vergisst man leicht, wie viel Neuerungen Mendelssohn in dieses eine Stück hineinlegte, etwa die Position der Solokadenz mitten im ersten Satz, sowie die Anlage dieses Geigensolos, das wie eine auf vier Saiten reduzierte Orchesterdurchführung wirkt. Dass alle drei Sätze ineinander übergehen, ist ebenso originell wie der unprätentiöse Einstieg. Die Violine beginnt ohne langes Orchestervorspiel gleich mit dem Hauptthema, dessen schwärmerische Linie Mendelssohn offenbar so lange im Kopf herum gespukt hatte, bis er das Konzert endlich ausarbeitete. Im Hauptthema liegt der Kern des Ganzen. Dies spürt man auch später noch, in der harmonisch gewagten Überleitung vom Kopfsatz in den langsamen Satz und besonders in der Überleitung zum Finale. Dessen elfenhaft flirrendes und schwirrendes Hauptthema wandert von der Violine munter ins Orchester und zurück und entzündet dabei ein wahres Feuerwerk an Instrumentationseffekten. (aus: villa musica)


Robert Schumann
Violinkonzert
Robert Schumann schrieb sein Konzert für Violine und Orchester im Jahre 1853 für den Geiger und damaligen Star-Virtuosen Joseph Joachim, der ihn darum gebeten hatte. Joachim hat es jedoch niemals öffentlich aufgeführt. Nach einer Probe im Leipziger Gewandhaus waren seine Vorbehalte gegen das Werk offenbar so groß, dass er es in der Schublade verschwinden ließ.
Robert Schumann konnte sich bedingt durch seine Nervenerkrankung nicht mehr dagegen wehren. Hinzu kam, dass auch sein engster Kreis, seine Ehefrau Clara und Johannes Brahms, das Konzert ebenso ablehnten. Der „Besitzer“ des Werks, Joseph Joachim, verhängte testamentarisch sogar ein 100-jähriges Aufführungsverbot. Schlechte Startchancen also für das Violinkonzert, das bis heute noch keinen wirklich sicheren Platz im Repertoire gefunden hat. (aus: BR, Klassik Radio)

Carl Philipp Emanuel Bach
Sinfonie WQ 183, Nr. 1
Schon 1773 hatte Carl Philipp Emanuel Bach für den Baron Gottfried van Swieten, den Gesandten des österreichischen Kaiserhauses in Berlin, sechs Streichersinfonien (Wq 182) komponiert, in denen er nach dem ausdrücklichen Wunsch des Bestellers „ohne auf die Schwierigkeiten Rücksicht zu nehmen, die daraus für die Ausübung notwendig entstehen mussten“, allein seinem schöpferischen Genius folgen sollte. Erst sieben Jahre später erschienen dann mit einer Widmung an Friedrich Wilhelm, den Kronprinzen von Preußen, die vier „Orchester-Sinfonien mit zwölf obligaten Stimmen“ (Wq 183) im Druck. Doch schon geraume Zeit zuvor müssen diese Meisterwerke erstmals öffentlich erklungen sein. Friedrich Gottlieb Klopstock jedenfalls erwähnt in einem Brief vom 17. August 1776 die von vierzig Musikern bestrittene Aufführung der neuen Sinfonien Carl Philipp Emanuel Bachs. Erst am 30. November 1778 jedoch bot sie der „Hamburger Bach“ nicht ohne Stolz seinem Leipziger Verleger Breitkopf zum Druck an: „Es ist das größte in der Art, was ich gemacht habe. Weiter etwas davon zu sagen leidet meine Bescheidenheit nicht.“
Über die vermutlich erste Aufführung der vier Sinfonien am 17. August 1786 im neuen „Concert-Saal auf dem Kamp“ (dem heutigen Valentinskamp) hatte übrigens neben Friedrich Gottlieb Klopstock auch der „Hamburgische Unpartheyische Correspondent“ berichtet. Nach seinen Angaben hatten die Hörer „ihr Vergnügen in den lebhaftesten Ausdrücken zu erkennen“ gegeben. Und dies, obwohl der „Hamburger Bach“ seine neuen Opera keineswegs à la mode frisiert hatte. Ganz im Gegenteil war er gerade in diesen vier Sinfonien den Vorstellungen mancher Zeitgenossen von einem „Originalgenie“ denkbar nahe gekommen. Der „originelle, kühne Gang der Ideen“, der einst Johann Friedrich Reichardt bei den sechs Hamburger Streichersinfonien Philipp Emanuel Bachs aufhorchen ließ, ist auch diesen letzten Sinfonien des „Hamburger Bach“ zu attestieren. Der Geist des musikalischen Sturm und Drang artikuliert sich in den vier Sinfonien immer wieder in unwirschen Unisoni und schroffen dynamischen Kontrasten, in beredten Generalpausen und einem häufigen Wechsel der Affekte. (Quelle: jpc , your global musicplayer)


Das Programm:


Carl Philipp Emanuel Bach:        Sinfonie Nr. 1  D-Dur  (WQ183)
(1714 – 1788)    


Felix Mendelssohn-Bartholdy:     Violinkonzert e-Moll op.64
(1809 – 1847)     

             
Robert Schumann:                     Sinfonie f-Moll „La Passione“
(1810 – 1856)


Joseph Haydn:                         Sinfonie f-Moll „La Passione“
(1732 – 1809)    


Dieses Konzert wird gefördert von
MAN Truck & Bus AG, Werk Salzgitter und Volksbank eG Braunschweig Wolfsburg