Plakat RO22 

 

Herzlich willkommen auf der Webseite der Ringelheimer Orgeltage 2022 mit Emmanuel Le Divellec (8.5.22), Ulfert Smidt (15.5.22), Andreas Schmidt (22.5.22) und Moritz Backhaus (29.5.22). Hier finden Sie die Vitae der Organisten sowie ihre Konzertprogramme. Wenn Sie eine Karte für eines der Konzerte reservieren möchten oder Fragen zur Veranstaltung haben, wenden Sie sich bitte an unser Büro. Wir würden uns freuen, Sie in unseren Konzerten begrüßen zu dürfen. Es gelten die zum Konzertzeitpunkt vorgeschriebenen Zutrittsregeln gemäß der Corona-Verordnung des Landes Niedersachsen.

Sonntag, 8. Mai 2022, St. Abdon und Sennen, 18:00 Uhr

Emmanuel LE DIVELLEC (Hannover)

Emmanuel Le Divellec wurde 1966 in Paris geboren. Nach dem Universitätsstudium (Diplom für Astrophysik) entschied er sich für die Musik. Er studierte Orgel bei Marie-Louise Jaquet-Langlais und André Isoir in Paris, danach bei Guy Bovet an der Musikhochschule Basel. An der Schola Cantorum Basiliensis ergänzte er seine Ausbildung bei Rudolf Lutz für die historische Improvisation und bei Andrea Marcon für Cembalo.

1997 gewann er den 1. Preis im Schweizer Orgelwettbewerb. Emmanuel Le Divellec leitete von 2000 bis 2011 eine Orgelklasse an der Hochschule der Künste Bern und war 2000-2008 Organist der dortigen Französischen Kirche.

Die Pädagogik der Improvisation und deren Verknüpfung zur Stilkunde ist ein Schwerpunkt in seiner künstlerischen Tätigkeit. Emmanuel Le Divellec unterrichtet außerdem historische Improvisation für Tasteninstrumente an der Schola Cantorum Basiliensis und ist Mitbegründer der Forschungsgruppe Basel für Improvisation (FBI), die 2018 ein umfangreiches „Compendium Improvisation ― Fantasieren nach historischen Quellen des 16.-18. Jahrhunderts“ herausgegeben hat.

Seit 2011 ist er Professor für Orgel und Leiter der Abteilung für Kirchenmusik und Orgel an der Hochschule für Musik, Theater und Medien Hannover.

Sonntag, 15. Mai 2022, St. Abdon und Sennen, 18:00 Uhr

Ulfert SMIDT (Hannover)

aufgewachsen in Bremen, A-Kirchenmusik-Examen 1985 in Hannover. Als Stipendiat der deutschen Studienstiftung führte sein weiterer Weg nach Amsterdam zu Piet Kee und Ewald Kooiman und damit an die wichtigsten Orgeln der Niederlande. Weiterführende Impulse erhielt er u.a. von Harald Vogel und Michael Radulescu.

Tätigkeit als Kirchenmusiker, Kreiskantor und Orgelrevisor in Holzminden und Bremen, seit 1996 Organist der Marktkirche Hannover und als künstlerischer Leiter der internationalen Orgelkonzerte tätig. Dozent an der Hochschule für Musik, Theater und Medien Hannover.

Rege Konzerttätigkeit im In- und Ausland (u.a. Holland, Frankreich, Polen, Russland, USA).

Zahlreiche CDs dokumentieren die stilistische Bandbreite Ulfert Smidts: das Orgelwerk von Johannes Brahms, Norddeutsche Orgelmusik, César Franck-Transkriptionen, Werke von Bach, Mendelssohn, Frank Martin, Messiaen und Alfred Koerppen. Seine Einspielungen wurden mit namhaften Preisen ausgezeichnet, darunter der Preis der Deutschen Schallplattenkritik (ECHO Klassik). Die letzten Produktionen entstanden an den Orgeln der Marktkirche Hannover: Bach an drei Orgeln, „fireworks“ mit Saxofon sowie Orgelwerke von Max Reger und Charles-Marie Widor.

Sonntag, 22. Mai 2022, St. Abdon und Sennen, 18:00 Uhr

Andreas SCHMIDT (Hannover)

Andreas Schmidt studierte Kirchenmusik an der Hochschule für Musik, Theater und Medien Hannover (u.a. Chorleitung bei Prof. Frank Löhr und Prof. Hildebrand Hake, Orgel bei Prof. Cornelius Schneider-Pungs, Gereon Krahforst, Ulfert Smidt) und ist seit 2013 als freiberuflicher Kirchenmusiker, Komponist und Instrumentallehrer in Hannover tätig. Als Konzertorganist gastiert er deutschlandweit. Er forscht und veröffentlicht zum Werk von Hugo Distler. Zahlreiche Buch- und Notenpublikationen (u.a. Strube-Verlag, LIT, Edition Forschung), insbesondere in Kooperation mit der Hannoveraner Pfarrerin Sigrid Lampe-Densky, sind erschienen. Aufführungen seiner Werke sowie diverse Chor- und Orgelkonzerte sind durch Videos auf seinem YouTube-Kanal dokumentiert.

Sonntag, 29. Mai 2022, St. Abdon und Sennen, 18:00 Uhr

Moritz BACKHAUS (Hannover)

Moritz Backhaus wurde 1980 in Hildesheim geboren. Seine Faszination für die Orgel und ihre Musik hat ihren Ausgangspunkt in einer alten Langspielplatte (Helmut Walcha spielt Bach) und dem Orgelneubau in seiner Heimatgemeinde Steinwedel, den er aus nächster Nähe verfolgen konnte.

Ersten Orgelunterricht erhielt er bei Ilsabe Bartels-Kohl in Burgdorf, bevor er Schüler von Ulfert Smidt an der Marktkirche wurde. An der Hochschule für Musik, Theater und Medien Hannover studierte er Musikwissenschaft und Kirchenmusik (Orgel bei Pier Damiano Peretti, Tobias Lindner und Emmanuel Le Divellec). Weitere künstlerische Impulse erhielt er durch zahlreiche Meisterkurse, u.a. Pieter van Dijk, Hans-Ola Ericsson, Guy Bovet, Thomas Dahl und Erwan Le Prado.

Moritz Backhaus war Organist an der ev.-ref. Kirche am Waterlooplatz, seit 2017 ist er Kirchenmusiker an der Auferstehungskirche Hannover-Döhren (dort auch künstlerischer Leiter des Döhrener Orgelherbstes) und weiterhin an der Marktkirche als Assistent von Ulfert Smidt tätig. Konzerte (u.a. regelmäßige Zusammenarbeit mit dem Knabenchor Hannover und dem Magdeburger Domchor) in ganz Deutschland, sowie 2016 erstmals beim Festival Orgel und Kammermusik in Łukow/Polen. In der Spielzeit 2014/15 wirkte er als Gastmusiker im Orchester der Staatsoper Hannover für den Orgelpart bei der Opernproduktion Caligula (Detlev Glanert) mit.

Die Orgel in der früheren Klosterkirche und heutigen Pfarrkirche St. Abdon und Sennen ist wahrscheinlich mit dem barocken Wiederaufbau der im Dreißigjährigen Krieg zerstörten Klosterkirche entstanden. Die Kirche war möglicherweise um 1696 fertig. Diese Jahreszahl wird auch als Entstehungsdatum für die Orgel angenommen, die vom Orgelbaumeister Andreas Schweimb aus Einbeck erbaut worden ist. Ein wesentliches Merkmal der alten Orgel waren die Springladen.

Eine größere Reparatur der Orgel erfolgte 1828, dabei wurden bereits Register ausgetauscht. 1856 war eine weitere Reparatur erforderlich, und 1865 hat der Orgelbauer Breust aus Goslar Veränderungen an der Kanalanlage, am Rückpositiv-Werk und am Pfeifenbestand vorgenommen.